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Gelenke regenerieren: mit Stammzellen gegen Arthrose

Mediziner der Uni Würzburg untersuchen, ob eine Stammzelltherapie bei Patienten mit Arthrosei im Kniegelenk hilfreich ist. Sechs Patienten wurden im Rahmen einer Phase I-Studie bereits behandelt, die ersten Ergebnisse sind vielversprechend.

Wissenschaftler forschen weltweit an neuen Therapien für die Arthrose. Ein Ansatz ist dabei die Behandlung mit körpereigenen Stammzellen. In einer klinischen Phase-1-Studie werden an der Orthopädischen Klinik König-Ludwig-Haus in Würzburg derzeit erste Patienten auf diese Weise behandelt. Es handelt sich um die einzige Studie dieser Art in Deutschland. Weitere zwölf Patienten erhalten die gleiche Therapie bei Projektpartnern im französischen Montpellier.

Bei dieser Therapie setzen die Mediziner auf „mesenchymale Stammzellen“ – Vorläuferzellen des Bindegewebes, die sich teilen und in die verschiedenen Zellen des Stütz- und Bindegewebes differenzieren können, wie beispielsweise Knochen, Knorpel, Bänder, Sehnen und Fettgewebe. Bei einem Eingriff, vergleichbar dem Fettabsaugen, entnehmen die Wissenschaftler den Patienten mesenchymale Stammzellen aus dem Fettgewebe. In einem speziellen Labor einer französischen Blutbank werden diese Zellen anschließend zwei Wochen lang vermehrt. Danach bekommt sie der Patient in den Gelenkspalt injiziert.

Bei allen war die Krankheit schon so weit fortgeschritten, dass der OP-Termin bereits feststand, an dem sie ein künstliches Gelenk erhalten sollten. Erste Ergebnisse der Stammzell-Therapie sind vielversprechend: „Über die ersten drei Monate hinweg geben alle Patienten an, dass sie seit der Stammzell-Injektion deutlich weniger Schmerzen verspüren als zuvor“, sagt Prof. Dr. Ulrich Nöth, Leiter des Schwerpunktes Tissue Engineeringi/Regenerative Medizin an der Orthopädischen Klinik und Projektleiter der Pilotstudie. Auch ihre Mobilität habe deutlich zugenommen. Die vollständigen Ergebnisse der Phase-!-Studie sollen bis Ende 2013 vorliegen.

Wie im Detail die Stammzellen diese Veränderungen bewirken, ist derzeit noch unklar. „Wir wissen nur, dass die Zellen gegen den Entzündungsreiz wirken und damit die typischen Symptome deutlich lindern“, sagt Nöth. Eine schützende Knorpelschicht neu bilden: Dazu seien die Zellen wahrscheinlich nur teilweise in der Lage. Aus diesem Grund hält der Mediziner die Stammzelltherapie eigentlich für einen anderen Kreis von Patienten für geeigneter: Patienten im Alter zwischen 40 und 50 Jahren mit einer moderat ausgeprägten Arthrose – „zu jung für eine Prothese und zu alt für eine Knorpelzelltransplantation“, wie Nöth sagt. Bei ihnen könnte die Gabe von Stammzellen den Zeitpunkt, zu dem ein künstliches Gelenk fällig wird, signifikant nach hinten schieben.

Quelle: idw<