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„Produktion“ von Stammzellen für die Regenerative Medizin vereinfacht

Marburger und Gießener Mediziner haben erstmals adulte Stammzellen kultiviert, die dem industriellen Fertigungsstandard der „Good manufacturing practice“ (GMP) genügen und somit zu Behandlungszwecken angereichert werden können.

Mesenchymale Stammzellen (MSC) sind adulte Stammzellen, die im Gegensatz zu embryonalen Stammzellen aus verschiedenen menschlichen Geweben gewonnen werden können, z. B. aus Fettgewebe, Nabelschnur, Nabelschnurblut oder Knochenmark. „MSC besitzen eine hohe Plastizität, weshalb sie experimentell zur Regeneration von Wunddefekten bei Haut-, Knorpel- oder Knochenschaden eingesetzt werden, aber auch bei Muskel- oder Herzmuskeldefekten“, sagt Dr. Cornelia Brendel vom Schwerpunkt für Hämatologie, Onkologie und Immunologie der Philipps-Universität. Sogar Nervengewebe lasse sich inzwischen aus diesen Stammzellen gewinnen.

Die Zellen lassen sich zwar hervorragend unter Laborbedingungen vermehren, sie wachsen jedoch nur einschichtig auf der Oberfläche von Kulturschalen. Da für die Behandlung von Patienten mindestens Zellzahlen im dreistelligen Millionenbereich gebraucht werden, ist das nicht effizient genug. Außerdem birgt diese Kultivierung eine hohe Gefahr der Verunreinigung. Darüber hinaus erforderte die Kultivierung von MSC bislang den Einsatz von Rinderseren, auf das manche Patienten allergisch reagieren; zudem besteht das Risiko einer Infektion mit BSE oder anderen Erregern.

Das mittelhessische Wissenschaftlerteam hat nun erstmals eine Kultivierungsmethode für MSC etabliert, bei der die Zellen in einem Hohlfasersystem wachsen. Es ist in sich geschlossen und besitzt eine große Oberfläche auf kleinstem Raum. „Da wir menschliche Zellprodukte statt Tierserum verwenden, ist es uns gelungen, die Expansion der MSC auf eine GMP-konforme Plattform zu stellen“, so Professor Dr. Holger Hackstein von der Abteilung für Transfusionsmedizin und Hämotherapie der Justus-Liebig-Universität Gießen. Dadurch ließen sich MSC künftig für den Einsatz am Menschen in großem Stil anreichern, ohne einen Kompromiss gegenüber den hohen Anforderungen des deutschen Gesetzes zur Herstellung von Arzneimitteln machen zu müssen.

Quelle: idw<