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Tageslichtsehen mit Zelltherapien regenerieren

Forscher der TU Dresden und des NMI Reutlingen zeigen, dass die Transplantation von Zapfen-Fotorezeptoren in die Säugetiernetzhaut eine erfolgversprechende neue Behandlungsstrategie sein kann.

Wenn die lichtsensitiven Zellen der Netzhaut, die sogenannten Fotorezeptoren, durch Erkrankungen degenerieren oder komplett verloren gehen, führt das unweigerlich zur Erblindung, da es bisher keine heilende Therapie gibt. Eine der häufigsten Behinderungen in industrialisierten Ländern stellt der Verlust der für das Tagessehen zuständigen Zapfen-Fotorezeptoren dar. Professor Marius Ader vom DFG-Forschungszentrum für Regenerative Therapien Dresden – Exzellenzcluster an der TU Dresden (CRTD) ist es nun in Kooperation mit Dr. Günther Zeck vom Naturwissenschaftlichen und Medizinischen Institut (NMI), Universität Tübingen gelungen, zapfen-ähnliche Fotorezeptoren von Spendermäusen in die Netzhaut von Mäusen mit defektem Tageslichtsehen zu transplantieren. Dabei konnten sie nachweisen, dass die transplantierten Zapfen funktional in die Netzhaut integrierten und auf hohe Lichtreize reagierten, die korrekt in der Empfängernetzhaut verarbeitet wurden.. Diese Resultate stellen einen wichtigen Schritt zur Entwicklung zellbasierter Strategien für die zukünftige Behandlung solcher Netzhauterkrankungen dar. Die Studie ist im Fachjournal „Stem Cells“ veröffentlicht worden (DOI: 10.1002/stem.1824.)

„Die Ergebnisse dieser Studie sind für die Entwicklung von Zellersatztherapien bei Erblindung von großer Bedeutung, da sie den ersten Nachweis liefern, dass sich die Sehkraft bei Tageslicht durch Zelltransplantation in die Säugetiernetzhaut prinzipiell wiederherstellen lässt. Der erste Schritt ist gemacht, aber wir haben noch einen langen Weg vor uns, bis dieser Ansatz bei Patienten angewendet werden kann“, betont Ader. Als nächstes gilt es, die Anzahl der transplantierten Zellen sowie deren Lebensdauer zu erhöhen und eine zuverlässige Quelle zur Gewinnung einer ausreichenden Anzahl von Spender-Fotorezeptoren für klinische Anwendungen zu etablieren. Dabei wird voraussichtlich die Entwicklung von Fotorezeptoren aus induziert pluripotenten und embryonalen Stammzellen für zukünftige Transplantationsstudien eine entscheidende Rolle spielen.

Quelle: idw<