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Tor zur Muskel-Regeneration aufgestoßen

Berliner Forscher haben eine Methode entwickelt, mit der sie Muskelstammzellen gemeinsam mit ihrer Muskelfaser kultivieren, vermehren und transplantieren. Bei Mäusen konnten sie damit bereits Muskeln regenerieren.

Wie man Muskelstammzellen des Menschen therapeutisch nutzen kann, zeigen Dr. Andreas Marg und Prof. Simone Spuler vom Experimental and Clinical Research Center (ECRC) des Max-Delbrück-Centrums (MDC) und der Berliner Charité. „Muskelstammzellen, die wir auch Satellitenzellen nennen, können nach jahrzehntelanger Ruhe in ihrer Stammzellnische erwachen und einen geschädigten Muskel reparieren“, erläutert Spuler. Satellitenzellen sind auch bei Menschen mit schweren Muskelerkrankungen aktiv, etwa bei der Muskeldystrophie Duchenne, einer schweren, genetisch bedingten Erkrankung, bei der sich die Muskeln abbauen. „Doch irgendwann ist das Reservoir an Muskelstammzellen erschöpft und der Muskelabbau kann nicht mehr gestoppt werden“, so Spuler. ?Alle Versuche, mit der Transplantation von Satellitenzellen bei Patienten mit Duchenne Muskeldystrophie Muskeln wieder aufzubauen, waren gescheitert. Die transplantierten Zellen waren nicht lebensfähig. Auch der Einsatz anderer Zellen, die ebenfalls das Potenzial haben, Muskeln zu regenerieren, war wenig erfolgreich.

Deshalb haben ECRC-Forscher Satellitenzellen zusammen mit dem sie umgebenden Muskelgewebe kultiviert und untersucht, ob die Zellen, wenn ihr vertrautes Milieu erhalten bleibt, möglicherweise besser regenerieren. Erstmals ist es den Forschern gelungen, Satellitenzellen des Menschen zu kultivieren, zu vermehren und ihr Regenerationspotential für einige Wochen zu erhalten. Damit haben sie eine wichtige Voraussetzung für die Nutzung patienteneigener Zellen für die Therapie geschaffen.?Ihren Therapieansatz untersuchten die ECRC-Forscher dann in Mäusen, Es zeigte sich, dass die Muskeln der Tiere besonders gut regenerierten. Doch mit der Transplantation von Muskelfragmenten allein kann eine genetisch bedingte Muskelerkrankung nicht erfolgreich behandelt werden. Spuler: „Die Idee ist deshalb, die Satellitenzellen zusätzlich mit einem gesunden Gen zu bestücken, das den Gendefekt repariert, und sie dann mit Hilfe eines nicht-viralen Gentaxis in die zu behandelnden Muskeln einzubringen“. Dass das im Prinzip geht, haben Spuler und ihre Mitarbeiter in einem ersten Versuch bereits gezeigt.

Bevor die von Spuler und ihrer Gruppe entwickelte Methode für Patienten nutzbar gemacht werden kann, müssen aber noch einige Hürden genommen werden. Bislang gelingt die Transplantation in kleinen Mäusemuskeln. Ob diese Technik auch in großen Oberschenkelmuskeln des Menschen angewendet werden kann, die unter Umständen durch eine Muskelkrankheit stark verändert sind, wollen die Wissenschaftler und Ärzte in klinischen Versuchen überprüfen.

Quelle: idw<