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Unbefruchtete Eizellen als Basis der Regeneration von Herzgewebe

In Göttingen gelang die Züchtung von Herzgewebe der Maus aus Stammzellen unbefruchteter Eizellen. Solche nicht-embryonalen Stammzellen könnten auch in der Humanmedizin eine Basis für regenerative Gewebe sein.

Einem Team der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) um Prof. Dr. Wolfram-Hubertus Zimmermann ist es im Mausmodell weltweit erstmals gelungen, im Labor Herzgewebe mithilfe von nicht-embryonalen Stammzellen zu züchten, die sich über die so genannte Jungfernzeugung (Parthenogenese) aus unbefruchteten Eizellen gewinnen lassen. Das gezüchtete Herzgewebe schlägt spontan wie natürliches Herzgewebe und lässt sich bei Mäusen therapeutisch zur Reparatur von Herzinfarkten einsetzen. Die parthenogenetischen Stammzellen (PS-Zellen) besitzen ähnliche biologische Eigenschaften wie embryonale Stammzellen und sind immunologisch einfacher „gestrickt" als andere Stammzellen. Dies ist von großer Bedeutung für die medizinische Anwendung von gezüchtetem Herzmuskelgewebe. „Unsere Untersuchungen haben gezeigt: Mit künstlichem Herzgewebe aus parthenogenetischen Stammzellen kommt es zu keinen oder besser kontrollierbaren Abstoßungsreaktionen sogar bei Implantation in nicht verwandte Empfänger. Dies ist ein klarer Vorteil gegenüber anderen Stammzellen", so UMG-Mitarbeiter Dr. Michael Didié.

Das Forscherteam um Zimmermann will das therapeutische Potential der Parthenogenese auch für den Menschen überprüfen. Dafür braucht es menschliche unbefruchtete Eizellen. Allein in Deutschland werden nach der Statistik der Deutschen Gesellschaft für Reproduktionsmedizin jährlich etwa 60.000 unbefruchtete Eizellen verworfen, weil sie für eine künstliche Befruchtung schlussendlich nicht geeignet sind. Das bedeutet, dass für die geplanten Arbeiten keine zusätzlichen Eizellspenden nötig sind, sondern auf vorhandene, aber nicht mehr benötigte Eizellen zurückgegriffen werden kann.

„Der Weg in die klinische Anwendung in Patienten mit Herzmuskelschwäche ist noch weit und wir müssen in jedem Fall sicherstellen, dass Patienten nicht einem unvertretbaren Risiko ausgesetzt werden", sagt Zimmermann. „Auf der anderen Seite bietet die zellbasierte Gewebereparatur eine spannende Perspektive nicht nur für die Behandlung von Patienten mit Herzmuskelschwäche, sondern vermutlich auch für die Behandlung von Patienten mit anderen lebensbedrohlichen Erkrankungen."

Quelle: idw<