Struktur02

warning: Creating default object from empty value in /info/wwv/data/uni/kar/includes/common.inc(1695) : eval()'d code on line 25.

Weniger Tierversuche durch Herzgewebe aus dem Labor

Die Testung von Herzmedikamenten soll in die Petrischale verlagert werden. Forscher des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf züchten zu diesem Zweck Herzgewebe aus induzierten Stammzellen.

Lebensbedrohliche Nebenwirkungen von zugelassenen Medikamenten betreffen häufig das Herz. Neue Medikamente müssen deshalb, bevor sie zugelassen werden, ausführlich auf ihre Wirkung auf das Herz getestet werden. Forscher des Deutschen Zentrums für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK) wollen diese Tests nun in die Petrischale verlagern. Dadurch könnten Tierversuche reduziert werden oder ganz entfallen. Zu Hilfe kommt ihnen dabei die Methode der induzierten pluripotenten Stammzellen (iPS). Mit dieser Technik lassen sich menschliche Zellen wieder in ihre Urform, die Stammzellen, zurückverwandeln. Aus Stammzellen können Wissenschaftler dann beliebige menschliche Gewebe oder ganze Organe züchten.

Prof. Dr. Thomas Eschenhagen und sein DZHK-Team im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) ist auf Herzmuskelzellen spezialisiert. Den Forschern ist es im Labor gelungen, iPS-Herzzellen in geordneten, hoch organisierten Verbänden wachsen zu lassen. Diese kommen der Struktur echten Herzgewebes sehr nah. Im Rahmen von DZHK-Forschungsprojekten wollen die Forscher eigentlich herausfinden, ob diese Gewebe einmal kranke Herzen heilen können. Die zuckenden Herzmuskelstreifen eignen sich aber auch für Medikamententests. „Nur in solchen Modellen kann man ermitteln, wie sich pharmazeutische Wirkstoffe auf die Kraft des Herzens auswirken, die wichtigste Nebenwirkung von Medikamenten“, sagt Pharmakologe Eschenhagen. Außerdem hoffen die Forscher, dass die Aussagekraft von menschlichem Gewebe größer ist als die eines tierischen Organismus.

Die vier beteiligten Forschungsgruppen, zwei davon aus Großbritannien, wollen nun verblindet eine Auswahl von Arzneimitteln vergleichend in verschiedenen Standard-iPS-Zelltests und den künstlichen Herzgeweben untersuchen. Am Ende soll die beste Methode zur Medikamententestung in den Routinebetrieb von Pharmaunternehmen überführt werden. Dies wird Tierversuche zwar nicht vollständig ersetzen, aber, so die Hoffnung der Forscher, deutlich reduzieren.

Quelle: idw<